Warum sollte man Nachzuchten (NZ) so genannten Farmzuchten (FZ) vorziehen?
Ganz einfach: Das Problem beginnt bereits bei der Namensgebung "Farmzucht". Denn in aller Regel handelt es sich bei so bezeichneten Tieren um Wildfänge, die für den "legalen" Export aus ihrem jeweiligen Herkunftsgebiet als "Farmzucht" deklariert werden müssen. Schließlich ist der Handel mit WF-Tieren mittlerweile in vielen Ländern verboten.
Warum entscheiden sich viele Halter dennoch für ein solches Tier? Nur, weil es günstiger als eine Nachzucht ist. Oder, weil man es gleich adult kaufen und damit züchten kann, ohne es mühsam über Jahre lang aufziehen zu müssen? Vielleicht auch, weil eine solche Schlange ganz besondere Zeichnungsmerkmale aufweist?
Wir denken, dass der Markt an qualitativ erstklassigen Morelia Nachzuchten stark zugenommen hat und dass man mittlerweile absolute Top-Tiere zu fairen Preisen erwerben kann. Im Aussehen schlagen die Nachzuchten - bis auf wenige Ausnahmen - längst ihre wildlebenden Artgenossen. Nur bei ein paar Zeichnungsvarianten wie z.B. im Falle Morelia viridis "Kofiau" oder "Merauke", muss leider immer noch auf Importtiere zurück gegriffen werden, so dass Züchter regelrecht gezwungen sind, diese in geringer Stückzahl zu kaufen. Ziel ist es jedoch ganz klar, auch hier in naher Zukunft regelmäßige Nachzuchten anbieten zu können, so dass keine Importe mehr notwendig sind. Denn vor allem in Sachen Stressanfälligkeit und Allgemeinzustand sind nachgezüchtete Tiere ihren aus der Natur entrissenen Verwandten um Welten voraus. Wenn sich ein Halter jedoch generell nicht die Mühe machen möchte, eine Nachzucht selbst aufzuziehen, sollte er sein Hobby noch einmal grundlegend überdenken.
Wir möchten Ihnen an dieser Stelle einmal die erschreckende Realität der Importtiere vor Augen halten. Es fängt meistens folgendermaßen an: Man erwirbt eine wunderschöne Farmzucht - aus welchen Aspekten auch immer. Das Tier wirkt auf den ersten Blick fit, ist jedoch häufig mit verschiedensten Endo- und Ektoparasiten befallen. Durch unvermeidbaren Stress treten wiederem Sekundärkrankheiten wie Maulfäule oder Atemwegsinfekte auf. Dazu gesellen sich Spätfolgen wie transportbedingte Dehydrierung oder unentdeckte Hautwürmer.
Gut, viele werden jetzt vielleicht meinen, mit einem schnellen Tierarztbesuch und diversen Antibiosen gibt sich das Ganze und man kommt immer noch günstiger weg. Aber weit gefehlt: Wenn dem so einfach wäre, fragen wir uns, wo denn die Hundertschaften jährlich importierter Tiere verblieben sind? Eine Handvoll findet man vielleicht auf einschlägigen Internetseiten wieder. Und der Rest? Wir verraten es Ihnen: Der traurige "Rest" von ca. 80% stirbt jämmerlich an Krankheiten und dem damit verbundenen Behandlungsstress. Eine häufige Todesursache ist zum Beispiel die oft unvermeidliche Behandlung mit Antibiotika.
Wenn man einen Wildfang erwirbt, sollte man also ganz sicher sein, ob man es verantworten kann, dass die Schlange leidet oder gar stirbt. Denn oft passiert das trotz bester medizinischer Behandlung. Viele lassen sich von der "einzigartigen" Genetik blenden, die in fast allen Fällen nur ein Traum und damit Augenwischerei bleibt. Und sind am Ende ernüchtert, wenn sie eine horrende Tierarztrechnung erhalten - und trotzdem alle Tiere verendet sind.
Wir denken, dass der Import von Wildfängen Tierquälerei ist und sprechen uns ganz klar gegen den Erwerb von Neuimporten aus. Warum also Fänger und Händler unterstützen, denen die Gesundheit der Tiere egal ist. Diese Leute wollen einfach nur Geld verdienen - ohne Rücksicht auf Verluste.
Es gibt Importeure, die jedes Jahr für ca. 100.000,00€ als Farmzucht deklarierte Wildfänge nach Deutschland holen und für das x-fache weiterverkaufen. Sagen Sie als gleichgesinnter Tierfreund diesen schwarzen Schafen gemeinsam mit uns den Kampf an und unterstützen Sie private Züchter qualitativ hochwertiger und gesunder Morelia Nachzuchten. Ihre Schlange wird es Ihnen mit einem langen und glücklichen Leben danken.
Gerade Anfängern empfehlen wir daher auf stabile Nachzuchten zurück zu greifen. |